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Erster deutsch-mexikanischer Puppetry Slam. Ein Rückblick.

Im Rahmen des Austauschjahres zwischen Mexiko und Deutschland reiste der Puppetry Slam Berlin im November 2016 auf Einladung des Goethe Instituts nach Mexiko Stadt.

Eigentlich ging unsere Mexikoreise schon überaus spannend und mit viel Nervenkitzel los, da hatte sie noch gar nicht angefangen. Einer unserer Puppenspielenden hatte nämlich die Reichweite des Schengener Abkommen ein bisschen überschätzt und gedacht, er könnte ganz lässig mit dem Perso nach Mexiko einreisen.
Soviel grenzenloses Vertrauen in seinen südlichen Nachbarn hätten wir uns bei Donald Trump gewünscht, der just am Tag unseres Abflugs, und zu unserem großen Bedauern, zum Präsidenten der USA gewählt worden war.
Jedenfalls: Eine schlaflose Nacht, etliche Telefonate und einen ausgestellten Notfallreisepass später, saßen wir vollzählig, erschöpft aber abentuerlustig im Flugzeug.

In Mexiko Stadt wurden wir herzlich vom Goethe Institut und dem Theaterkollektiv Astillero Teatro, empfangen.
Gemeinsam mit Maria, Itzel, Daniel und Oswaldo probten wir für eine ganze Woche, feilten an unseren Nummern, tauschten uns über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus und planten den ersten deutsch-mexikanischen Puppetry Slam.
Wir fanden die mexikanischen Kolleg*innen bunt, direkt und laut, wahnsinnig präsent in ihrem Tun und mitreißend, wenn es um das Publikum ging. Wir Deutschen hinterließen den Eindruck zurückhaltend zu sein, detailgenau und fast verbissen präzise in der Puppenführung. Es war eine erfrischende Mischung aus ehrlichem Feedback, dem Wachsen über Sprachbarrieren hinaus und der Möglichkeit, von einander zu lernen.
Nach Feierabend zogen wir gemeinsam durch die Stadt, entdeckten den besten Laden zum Burritos essen, typische mexikanische Süßigkeiten und eine Bar, in der die Karte aus 120 verschiedenen Mezcalsorten bestand.
An einem dieser Abende lernten wir durch Zufall den japanischen Tänzer Kazuma kennen, der ebenfalls als Gast des Goethe Instituts nach Mexiko gekommen war. Für uns alle war es Sympathie auf den ersten Blick. Und nachdem Kazuma gezeigt hatte, wie er von einem Moment auf den anderen seinen Körper in ein poetisches Kunstwerk verwandeln kann, war schnell klar, dass wir ihn als Featured Artist für unsere Veranstaltung wollten.
Maria, die Direktorin von Astillero Teatro, schrieb Pressemitteilungen und eines morgens saßen wir plötzlich bei einem öffentlichen Fernsehsender und gaben ein Interview.
Unser Trailer, der ein paar Tage zuvor beim Best Of im BKA-Theater in Berlin entstanden war, wurde von Daniel spanisch untertitelt und für eine Woche auf dem riesigen Bildschirm im Foyer des Goethe Instituts ausgestrahlt.

Am Abend unseres gemeinsamen Auftritts stellten wir schließlich fest, dass wir keine zwei fremden Teams mehr waren, die gegeneinander antreten würden, sondern ein Ensemble, das zusammen gewachsen und zusammengewachsen war.
Wir spielten vor ausverkauftem Haus. Wir spielten das erste Mal vor einem gemischten Publikum aus Kindern und Erwachsenen, und wir erlebten ein Publikum, das von Anfang bis Ende mitfieberte, die Jury aubuhte, sobald eine Sieben gezeigt wurde, und eine Jury, die vom ersten Auftritt an Zehnen vergab.
Am Ende ging es überhaupt nicht mehr um den Wettbewerb. Es ging um Puppenspiel. Es ging um Vielfalt, ums Entdecken.
Es ging um einen Moment, der wahnsinnig lebendig und echt war, und der uns allen lange im Gedächtnis bleiben wird.

Wir sagen DANKE, liebes Goethe Institut und DANKE liebes Astillero Teatro. Hoffentlich bis bald.

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Puppetry Slam

Ein Puppetry Slam ist ein Puppenspielwettstreit. Ein Puppetry Slam ist ziemlich cool.

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